Kapitel 32
Für die nächsten paar Tage fühlte sich Harry merklich niedergeschlagen. Tom bemerkte es, äußerte sich aber nicht dazu. Sie wussten Beide warum er sich so fühlte und mussten deshalb nicht darüber diskutieren.
Nun, da die Prüfungen vorbei waren, widmeten Hermine und Ginny ihre gesamte Aufmerksamkeit der Übersetzung der letzten paar Passagen des Alt Adric Buchs. Wegen der massiven Berge Hausaufgaben, die zur Stoffwiederholung und dann zu den Prüfungen geführt hatten, war es recht weit in den Hintergrund gerückt.
Am Tag vor dem Abschlussfest, sammelten Hermine und Ginny Harry nach dem Frühstück ein und verkrochen sich mit ihm in einem verlassenen Klassenraum. Sie zogen den letzten Rest der Übersetzung heraus und übergaben sie ihm.
Mit einer Mischung aus Begeisterung und nervöser Beklommenheit nahm Harry die Pergamente und begann zu lesen.
Die Aufzeichnung des Tarsang dem Zweiten, Sohn des Morac
G.t 14407
In Vorbereitung auf unsere endgültige Abreise habe ich habe viel Zeit mit dem Studieren und Aufzeichnen der Details des Wohlstands der höheren magischen Kreaturen dieses Reiches verbracht. Ich wünsche die Taten der Magie dieser Welt, in ihrem Versuch ihre Kinder zu retten, zu verstehen und ich denke, ich kann meine Entdeckungen schließlich zusammenfassen, damit es als Beitrag zu diesem Text dienen kann.
Güte und Verständnis war für dieser Welts höhere Magie-Nutzer notwendig. Einfühlungsvermögen, Gerechtigkeit und Freiheiten würden helfen, die Menschen der Halb-Kreaturen gedeihen zu lassen, und deshalb wurden jene, die stark in den Magien des Lichts waren, dieser Attribute bemächtigt. Aber Magie sah, dass jene, stark im Licht, nicht-magischen Menschen nachsichtiger waren. Sie würden für die 'Rechte' der nicht-magischen Wesen kämpfen, da sie die Benachteiligten waren. Sie sind schwächer, und werden immer jemanden benötigen der für sie aufsteht und sie beschützt, und es würde in der Natur der weißen Zauberer liegen, diese Aufgabe anzunehmen.
Es war vorhergesehen, dass es die magischen halb-Rassen des Lichts sein werden, die ein Preisgeben der Magie zu nicht-magischen Menschen, riskieren würden. Sie würden glauben, dass alle menschlichen Wesen das Recht hatten, Magie zu besitzen, weil es nur gerecht war.
Jedoch, die Tatsache bleibt, sollten nicht-magische Menschen die Macht erlangen Magie auszuüben, wird diese Welt das Ende befallen und alles wird untergehen.
Und so wurde der Dunklen Magie die Macht gegeben, die Magie des Lichts in Schach zu halten. Das Licht davon abzuhalten, zu stark zu werden, sie aufzuhalten, das Risiko der Entdeckung einzudämmen um so dem Verlust sämtlicher Magie vorzubeugen.
Es liegt in der Natur der Dunkelheit die Macht der Magie zu begehren und dieses Macht für sich selbst zu behalten. Es in jeglicher Form zu suchen und zu behalten. Die Dunkelheit würde nicht wollen, diese Macht in den Händen der nicht-magischen Wesen zu sehen, denn sie versteht, dass sie dieser Macht nicht würdig sind. Würden die nicht-Magischen diese Macht erlangen, wäre es eine Katastrophe für alle Lebewesen.
Dieser Welts Ende wird in einer von zwei Formen kommen. Die nicht-magischen Menschen werden die Magie stehlen und sie dazu benutzen alles zu zerstören was existiert, oder die nicht-magischen Menschen zerstören sich selbst, mit ihrer eigenen seltsamen Art der Magie, erschaffen von ihrem zu schnell erlangten Wissen der Physikalischen Welt und ihrer 'Wissenschaft'. Wenn uns das Ende durch die nicht-magischen Wissenschaften gebracht wird, werden die magischen Kreaturen dieser Welt die Chance haben sich davor zu schützen und so eine Chance haben zu überleben. Kommt das Ende jedoch durch die Kräfte der Magie, wird keiner gerettet werden. Alle werden sterben.
Es ist ein tragisches Ende, eines, von dem ich hoffe dass diese Welt davon verschont bleibt. Ich wünsche meiner Familie alles gute, als sie und ich unsere letzten Vorbereitungen für unsere Abreise treffen. Ich bin betrübt, dass ich das Schicksal dieser Welt und ihren Bewohnern, die ich so gern habe, niemals kennen werde.
Harry wurde von Hermines schwerfälligem Seufzen aus seinen Gedanken gerissen. Sie sank in den Stuhl, ihm gegenüber.
„Ich weiß nicht was ich davon halten soll...", erklärte sie in einem leicht niedergeschlagenen Ton.
„Das ist nichts wirklich Neues", meinte Harry schulterzuckend. „Im Grunde wiederholt es nur, was wir schon früher gehört haben."
„Ja, vermutlich... trotzdem ist es schwer, es zu verdauen. Denkst du wirklich das es stimmen könnte?"
„Ernsthaft?", sagte Harry und sah die beiden Mädchen, die ihn erwartend ansahen, an. „Ja. Ich denke dass es stimmt."
…
Das Jahresabschlussfest war genauso spektakulär, wie die Feste Hogwarts es immer waren und Harry brach in der Nacht, und mit extrem vollem Bauch, erschöpft in seinem Bett zusammen. Er war früh am Morgen noch einmal in der Kammer gewesen, um sicher zu gehen nichts zurückzulassen, was er bei sich haben wollte. Allerdings war er in den letzten Monaten kaum dort unten gewesen, also war auch nicht wirklich etwas dort, was er gebrauchen konnte.
Als Harry am nächsten Morgen mit seinen Klassenkameraden über die Ländereien, zur großen Pforte gingen, bei der die Kutschen aufgereiht waren, stoppte er abrupt, als er die skelettierten Pferde-Artigen Kreaturen sah, die an die Kutschen gespannt waren. Bis vor diesem Zeitpunkt, konnte er nicht sehen was die Kutschen zog, und für einige Moment stand er verwirrt blinzelnd da.
Es dauerte eine Minute, bis ihm dämmerte, dass keiner der Anderen etwas sah. Dann klickte es in seinem Gehirn und er war schließlich dazu in der Lage diese tödlich aussehenden Kreaturen zu identifizieren.
„Thestrale...", keuchte er als ihm die Erkenntnis traf. Durch ihre ziemlich schreckliche Erscheinung und der Tatsache, dass sie nur von Menschen gesehen werden konnten, die den Tod sahen, wurden sie einst als Todesomen gesehen.
„Hm?", hatte Hermine gefragt aber er schüttelte seinen Kopf abwinkend und tat, als wäre nichts.
Natürlich konnte er sie nun sehen. Er hatte jemanden ziemlich brutal ermordet. Er war mit dem Tod nun ziemlich intim. Er hatte es verursacht. Aber es lies die Frage in ihm aufkommen, warum er sie noch nie zuvor sehen hatte können. Immerhin war er Zeuge von dem Tod seiner Eltern und wenn das nicht zählte weil er zu jung war, war da immer noch die Tatsache dass er Quirrell sterben sah... wieder durch seine eigenen Hände. Verdammt, er hat Quirrell buchstäblich mit seinen bloßen Händen umgebracht.
Also warum zur Hölle war er erst jetzt dazu Fähig Thestrale zu sehen?
Harry schüttelte den Gedanken ab. Es spielte nicht wirklich eine Rolle. Es war mal wieder eines dieser unlogischen Dinger über Magie, die niemals wirklich Sinn ergeben würde, egal wie hart man versuchte eine Erklärung dafür zu finden. Obwohl Tom wahrscheinlich eine perfekt logische Erklärung dafür parat haben würde.
Harry folgte seinen Freunden in den Zug, wünschend, er könnte diesen Teil einfach hinter sich lassen und den Portschlüssel zum Anwesen benutzen. Ginny blieb kurz bei ihnen, bevor sie sich mit einigen Freunden aus ihrem Jahr traf und Harry mit Hermine und Ron alleine im Abteil zurückließ.
„Oh, hey, bevor ich es vergesse-", begann Harry, nachdem die Beiden eine Weile über ihre Sommerpläne geredet hatten, „ihr könnt mir Briefe an diese Adresse schreiben." Harry zog zwei Stücke Pergament aus seiner Robe und gab jedem eins.
Sie sahen ihn neugierig an, bevor sie das Pergament auseinander falteten.
Hermine war die erste die sprach. „Frankreich?", keuchte sie.
Harry gluckste und zuckte mit den Schultern. „Jap. Wusstet ihr, dass Frankreich keine Einschränkung fürs benutzen von Magie als Minderjähriger besitzt?"
„Ich – warte, was?", fragte Hermine perplex.
„Ja, in Frankreich können Hexen und Zauberer so viel Magie benutzen wie sie wollen – solange es natürlich nicht vor Muggel geschieht – und sie werden dafür nicht bestraft, auch wenn sie keine Siebzehn sind."
„Warte", begann Ron, „du rennst also nach Frankreich damit du während der Ferien Magie benutzen kannst? Sprichst du überhaupt französisch?"
„Nein, und das ist nicht der Grund warum ich dort hin gehe. Es ist eigentlich ein Zufall, wirklich. Der Ort an den ich gehen werde, liegt in Frankreich und deshalb kann ich diesen Sommer auch Magie benutzen. Außerdem ist die Adresse nicht der Ort an dem ich wirklich bleibe. Es ist eine rentierte Postbox. Ein Hauself wird mir alle paar Tage meine Briefe bringen und wenn ich Briefe verschicken muss, gebe ich sie der Elfe und sie bringt ihn dann zur öffentlichen Post, wo der Brief mit einer Posteule losgeschickt wird. Hedwig wird den ganzen Sommer über bei mir bleiben. Sie wird sich zwar langweilen wenn sie keine Briefe ausliefern kann, aber das Land um das Haus soll ziemlich groß sein, also hat sie genug Platz zum fliegen."
„Warte, ich versteh das nicht... warum machst du das alles?", fragte Ron.
„Die Schutzzauber um den Ort an dem ich bleiben werde, lassen keine Eulen zu, die Post ausliefern."
„Und... warum?"
„Um jeden daran zu hindern die Eulen dazu zu benutzen mich aufzuspüren. Keine Eulen, kein Risiko von Aufspürzaubern."
„Wow..." Hermine blinzelte überrascht. „Zu wem auch immer du gehst, ist bereit das alles zu tun, nur damit du nicht aufgespürt werden kannst?"
„Die Schutzzauber waren bereits da. Ich habe es euch erzählt als ich es zum ersten Mal erwähnte, dass der Ort einige der mächtigsten Schutzzauber besitzt, die ein Privates Grundstück nur haben kann."
„Und du kannst uns wirklich nicht sagen wo, oder zu wem du hingehst?", fragte Hermine sichtlich besorgt.
„Nein, kann ich nicht. Beim Merlin, es besteht die Chance, dass Dumbledore noch innerhalb der ersten Woche bei euch vorbei schneien wird, nur um verzweifelt zu versuchen meinen Aufenthaltsort ausfindig zu machen, damit er mich zu den Dursleys zurück schicken kann. Wenn ihr nicht wisst wohin ich gehe, gibt es auch keine Möglichkeit für ihn es von euch herauszufinden. Es ist auf diese Art nur einfacher."
Hermine seufzte, verschränkte ihr Arme, bestand aber nicht darauf weiter zu debatieren. Ron runzelte bloß die Stirn.
„Du wirst die Adresse an Ginny weiter geben, oder Ron?", frage Harry.
„Ja, sicher.", grummelte Ron.
„Was ist los, Ron?"
Ron duckte seinen Kopf, immer noch stirnrunzelnd und murmelte etwas vor sich hin.
„Was?"
„Es ist nur, du hast in diesem Jahr so viel Zeit mit meiner Schwester verbracht und jetzt willst du ihr im Sommer auch noch schreiben?", fragte er schließlich als er den Kopf wieder hob.
Harry blinzelte. Er schaffte es nur gerade so sein Augenrolle zurückzuhalten. „Ron, sie ist ein Freund. Sie kann mir auch schreiben, wenn sie will. Ich meine, es ist nicht so als würdest du dir Sorgen darum machen müssen, dass ich mich für sie 'interessiere' oder so was in der Art. Sie besitzt die falschen 'Rohrleitungen' und außerdem fühle ich mich bereits zu jemanden anderen hingezogen."
Ron wurde Puterrot bevor er erbleichte und verlegen den Kopf abwandte. Plötzlich schien sich sein Gesicht mit Erkenntnis zu erhellen. „Du bist was?"
„Häh?"
„Was meinst du damit dass du dich zu jemand anderen hingezogen fühlst?"
„Oh, nun, ich gehe mit jemanden aus."
„Was? Seit wann? Wer?"
„Ähm... schon seit einer Weile. Ich meine, wir waren anfangs nur Freunde aber irgendwie hat es sich dann in etwas anderes verwandelt. Und was das Wer anbelangt, kann ich es dir aus demselben Grund nicht sagen, aus dem ich dir auch nicht sagen kann wohin ich diesen Sommer gehe."
„Es ist einer der Jungen von Beauxbaton!", rief Hermine plötzlich mit einem aufkeuchen. „Der mysteriöse Junge, von dem du dich weigerst, mir und Ginny zu erzählen – es war keiner aus den anderen Häusern, es war ein Junge von Beauxbatons!"
„Ähm... eigentlich nicht. Aber... ach, egal. Wie ich sagte, ich kann euch keine Details dazu sagen, Hermine."
„Häh? Warte mal, Hermine. Du wusstest davon?", rief Ron und sah zuerst Hermine und dann Harry verletzt an. „Warum habt ihr es mir nicht erzählt?"
„Der einzige Grund warum Hermine und Ginny überhaupt was davon wissen ist, weil sie mich dabei erwischt haben wie ich mich nach einem Treffen mit ihm zurück geschlichen habe. Wäre das nicht passiert, wüssten sie auch nichts davon. Es war ein riesiges Geheimnis da ich es nicht riskieren wollte, dass seine Identität auffliegt."
„Warte, Harry!", rief Hermine plötzlich. „Keine Hinweise darauf wo du bleibst? Ich dachte du sagtest dass seine Familie nicht wusste das er... du weißt schon... Aber es klingt so, als würdest du diesen Sommer bei ihm bleiben. Wie...?"
„Oh, seine Mutter weiß es jetzt. Er hat es ihr gesagt. Es stört sie nicht, auch mein Besuch nicht. Keine Sorge, das ist alles geklärt. Trotzdem wollen wir es nicht riskieren dass sein Name als Harry Potters Freund durch die Medien gezogen wird. Ich bin immer noch nicht."
„Du hast mir also nicht vertraut ein Geheimnis für mich behalten zu können?", warf Ron ein, immer noch verletzt.
„Das ist es nicht, Ron, aber wir haben immer noch keine Ahnung wie Rita Kimkorn uns nach spioniert hat, oder was auch immer sie für eine Methode verwendete. Ich will einfach nichts riskieren. Und dann ist da noch die Sache mit Dumbledore..."
Ron sah überhaupt nicht überzeugt aus, ging aber wenigstens nicht weiter darauf ein. Ihre weitere Unterhaltung wandte sich Hermines Pläne für ihre Ferien zu und sie war erschrocken, als sie erkannte, dass wenn sie und ihre Familie in Italien sein würden, auch Magie anwenden konnte. Der Gedanke daran erfreute sie wahnsinnig.
Draco stattet Harry keinen seiner normalen Hogwarts Express Besuche ab, worüber Harry aber nicht im geringsten überrascht war. Er bezweifelte, dass Draco im Moment wusste wie er sich in seiner Gegenwart verhalten sollte.
Schließlich fuhr der Zug im Bahnhof King's Cross ein und die Drei verließen, Gepäck im Schlepptau, begeistert die Plattform. Harry verkleinerte seinen Koffer mit der automatischen Verkleinerungs-Funktion, da er technisch gesehen noch keine Magie verwenden durfte, wenn er nicht in Hogwarts war, und schnappte sich Hedwigs Käfig. Die Grangers warteten bereits und erblickten Hermine sofort. Mittlerweile war auch Molly Weasley erschienen und sammelte ihre Rotschöpfe um sich.
„Wir sehen uns am ersten September, Ron!", rief Harry.
„Oh, Harry, mein Lieber. Warte!", rief Molly Weasley und Harry stöhnte innerlich, bevor er sich drehte und ihre ein unschuldiges aber verwirrtes Lächeln schenkte.
„Ja. Mrs. Weasley?"
„Sind deine Verwandten hier?", fragte sie mit schweifendem Blick.
„Ich treffe sie etwas weiter von der Plattform 9 ¾ entfernt. Sie fühlen sich so nahe an 'meinen Leuten' nicht wirklich wohl. Sie wissen wie sie sind."
„Nun, wenn du noch ein paar Minuten wartest, können wir dich beim rausgehen begleiten."
„Nein, das ist nicht nötig, Mrs. Weasley. Außerdem wird sich Onkel Vernon aufregen wenn ich ihn zu lange warten lasse."
Molly Weasley war hin und her gerissen als sie zwischen Ginny, den Zwillingen und Harry hin und her sah.
„Ich muss wirklich gehen. Aber danke für das Angebot", rief Harry erneut und begann auf den Torbogen zu zu gehen, der in den Muggelbereich von King's Cross führte. „Wir sehen uns im Herbst, Ginny! Ron! Tschüss Gred und Forge!"
„Tschüss Harry!"
„Wir sehen uns!"
„Schöne Ferien!"
„Und danke nochmal, Harry! Wir schulden dir was!", rief einer der Zwillinge, als Harry sie über seine Schulter angrinste, und dann im Torbogen verschwand. Harry hatte seinen Gewinn nach der plötzlichen Preisverleihung an die Zwillinge übergeben und so viel er wusste, hatten sie bereits jede Menge verschiedene Zutaten und anderer Dinge davon bestellt. Wenn auch sonst nichts, würden die Zwillinge für ein paar gute Lacher sorgen.
Harry bahnte sich seinen Weg eilig durch die Menge bevor er eine Tür sah mit dem Schild 'Nur Angestellte' sah, die durch einen Besten einen Spalt breit geöffnet war. Er holte diskret seinen Zypressenstab hervor und legte einen 'Ich-seh-nicht-recht'-Zauber auf sich legte und durch die Tür verschwand. Als er sich sicher war dass ihn niemand bemerkt hatte, verstärkte er seinen Griff um Hedwigs Käfig, drehte sich auf der Stelle und apparierte weg.
Er tauchte mit einem leisen knacken in der Eingangshalle vom Riddle Anwesen wieder auf. Er grinste und seufzte tief. Es waren Sommerferien. Er war frei. Es hat wirklich funktioniert.
„Soll ich Herr's Gepäck in seinen Raum bringen?", fragte eine quiekende Stimme hinter ihm. Er wirbelte überrascht herum. Mixey stand hinter ihm und betrachtete ihn mit ihren Tennisball großen Augen und ihren labbrigen Fledermaus-Ohren. Harry grinste auf sie runter.
„Das kann ich selbst tun. Mein Koffer ist bereits verkleinert in meiner Tasche."
„Dann gib es Mixey und Mixey wird es in den Raum des Herrn bringen", bestand sie mit einem Kopfnicken darauf.
Harry grinste sie leicht amüsiert an und zuckte mit den Schultern. Er griff in seine Tasche, zog den Streichholzschachtel großen Koffer heraus und übergab ihn hier zusammen mit Hedwigs Käfig. Sie nahm beides, verbeugte sich tief und verschwand mit einem sanften ploppen.
Harry kicherte, bevor es sich in ein erleichtertes Seufzen verwandelte, als er die vertraute magische Präsenz hinter ihm spürte.
„Du trägst deinen Ring nicht", meinte Tom.
„Gnah! Ich wusste ich habe etwas vergessen", antwortete Harry und klatschte seine flache Hand auf die Stirn, bevor er in seine Tasche griff und seinen Illusionsring heraus holte. Er lies ihn auf seinen linken Mittelfinger gleiten, drehte sich um und lächelte den attraktiven Mann an, den er in den letzten Monaten so sehr wertschätzen gelernt hatte.
Tom sah mit einem amüsierten Grinsen auf Harry hinab, der nur verlegen mit den Schultern zuckte.
„Wie wahr die Zugfahrt?"
„Lange und nervig", meinte Harry augenrollend. „Ich kann gar nicht sagen wie oft ich mir gewünscht habe, ich könnte einfach den Portschlüssel benutzen, oder direkt hier her apparieren, anstatt diese dumme Zugfahrt ertragen zu müssen."
Tom gluckste und trat ein paar Schritte vor. Harry fühlte wie seine Haut vor Vorfreude zu prickeln begann, als der Mann näher kam. Im Handumdrehen lag Harry in Toms Armen, eine Hand war in seinem Nacken und verkrallte lange, schlanke Finger in den Fransen von Harrys Nackenhaaren und die andere lag auf seinem Rücken. Harrys Arme schlangen sich um Toms Hals.
„Meins. Für zwei ganze Monate", hauchte Tom als er Harrys Gesicht bis auf ein paar Millimeter an seines zog.
„Deins für Immer, wenn du mich willst", hauchte Harry zurück; die Worte verließen seinen Mund noch eher er überhaupt registrierte, dass sie in seinem Kopf existierten.
„Natürlich will ich dich, mein Lieber. Aber das ist nicht was ich meinte", sagte Tom, zog seinen Kopf zurück und grinste Harry amüsiert an.
„Es stimmt trotzdem. Ich gehöre dir", meinte Harry und sah mit unerschütterlichen Intensität in Toms rote Augen. Sie teilten einen langen, verweilenden Blick bevor sich Tom vorbeugte und seine Lippen sanft gegen Harrys legte.
§Mein§, zischte Tom und schickte damit einen heftigen Schauer über Harrys Rücken und ein breites Grinsen auf seine Lippen.
§Deins§, zischte Harry zurück.
Tom zog sich vollkommen zurück und machte einen Schritt nach hinten.
„Komm, Liebling. Wir sollte nicht an so einem öffentlichen Platz verweilen. Es ist zwar nicht wahrscheinlich, aber dennoch haben meine Anhänger für diesen Teil des Anwesens freien zugriff. Und ich möchte nur ungern von ihnen gesehen werden, wenn ich in dieser Form bin."
Harry blinzelte über diese plötzliche Wendung und realisierte dann, dass Tom, nun, Tom war. Harry lächelte sanft als er daran dachte, dass der Mann nur um ihn zu begrüßen in dieser Form geblieben war, auch auf die Gefahr hin, dass er gesehen werden konnte.
Harry nickte und lächelte ihn erneut an, der Andere grinste zurück und begann die Treppe hoch zu steigen. Oben angekommen stoppte Tom und sah Harry mit über einen Schulterblick an.
„Ach, und Harry?"
„Hmm?"
„Willkommen Zuhause."
~ENDE~